Marion Krimmer
Geschrieben von Marion Krimmer

Viel Historienzauber auf einer „Ladies only“ Reise durch Nordengland

In den diesjährigen Osterferien startete ich in einen Mädels-Urlaub der besonderen Art: Mit fünf Ladies erkundete ich mit einem Mini-Van von Sunny Cars den Norden Englands. Mit einer Altersspanne von 10 bis 75 Jahren war es zudem eine generationenübergreifende Reise. Was uns verband: Wir wollten den Spuren der englischen Schriftstellerin Jane Austen (1775-1817) folgen, die hier im idyllischen Norden des Landes viel Inspiration für ihre weltberühmten Besteller wie „Stolz und Vorurteil“ (Pride & Prejudice), „Emma“ oder „Überredung“ (Persuasion) fand.

Los ging es vom Flughafen Manchester aus in das beschauliche Städtchen Hayfield (rund 30 km entfernt), wo wir mit dem „Millie’s“ ein kleines und feines Bed & Breakfast entdeckt hatten. Im dazugehörigen Café lässt es sich hervorragend frühstücken und die hauseigene Chocolaterie liefert das passende Mitbringsel für Daheim gleich mit.

Hayfield selbst liegt rund 10 Kilometer von Lyme Park entfernt, dem ersten Herrenhaus, das wir besichtigten. Hier wurden im Jahr 1995 die Außenaufnahmen der mehrstündigen BBC-Verfilmung von „Pride & Prejudice“ mit Colin Firth und Jennifer Ehle gedreht. Das Haus entstand in der Mitte des 16. Jahrhunderts und wurde im 17. Jahrhundert erweitert. Bis zum Jahr 1946 befand es sich mit dem rund sechs Hektar großen Anwesen im Besitz der Familie Leigh, ehe es – wie viele weitere Landsitze in England zu dieser Zeit – an den National Trust überging. Nicht nur die prachtvollen Gärten von Lyme Park sind sehenswert, sondern auch das Innere des stattlichen Hauses, in dem u.a. Roben und Kleider von einst ausgestellt werden.

Die zweite Station unserer Reise bildete eines der bekanntesten Schlösser von Nordengland: Chatsworth House,  seit 1549 im Besitz der Familie Cavendish, den Dukes of Devonshire. Es liegt rund 12 Kilometer westlich von Chesterfield am Fluss Derwent. In Chatsworth House lebte einst Georgiana Cavendish, Duchess of Devonshire, eine der schönsten und einflussreichsten Frauen des 18. Jahrhunderts. Für uns noch interessanter: Man vermutet, dass Jane Austen im Jahr 1811 das Anwesen besuchte und nach Meinung vieler zum Vorbild von Pemberley im Roman „Pride & Prejudice“ machte, dem Stammsitz des männlichen Protagonisten Mr. Darcy in ihrem Bestseller. So hätte es der Autorin sicher auch gefallen, dass in der Filmversion von 2005 mit Keira Knightley und Matthew Macfayden die Pemberley-Szenen in Chatsworth House gedreht wurden. Eine absolute Attraktion in diesem Jahr: Die Ausstellung „House Style: Five Centuries of fashion“ (bis 22. Oktober 2017) mit wunderschönen Modellen aus vielen Epochen, die derzeit Besucher aus aller Welt anlockt.

Deutlich beschaulicher geht es im nahegelegenen Landsitz Haddon Hall zu einem mittelalterlichen Haus mit großem Park. Auch hier wurden schon viele Filmszenen gedreht, darunter „Pride & Prejudice“ und „Jane Eyre“. Man verliebt sich sofort in dieses idyllische Anwesen, das noch viele Zeichen von einst trägt und einen guten Eindruck in das Leben im 18. und 19. Jahrhundert vermittelt.

Last but not least erkundeten wir Hardwick Hall, dessen Geschichte über Jahrhunderte hinweg von einflussreichen Frauen dominiert wurde und bei einem Rundgang durch das Haus allgegenwärtig ist. Filmstoff par excellence bietet das Leben von Bess von Hardwick (1527-1608), die das Herrenhaus erbauen ließ, und Mitte des 16. Jahrhunderts als reiche dreifache Witwe die Verantwortung für 10 Kinder trug. Sie galt als enge Vertraute von Königin Elisabeth, deren Erzfeindin Maria Stuart 15 Jahre ihrer englischen Gefangenschaft in Hardwick Hall verbrachte. Auch dieses beeindruckende Anwesen befindet sich mittlerweile im Besitz des National Trust.

Nach so viel Historienkunde tat es gut, noch einen Tag in die Großstadtatmosphäre von Manchester einzutauchen. Dabei war der Stadionbesuch bei Manchester City und Manchester United natürlich ein Muss. Und den Schlachtruf der Fans beherrschen wir dank unseres Tour-Guides Paul nun auch: Ein lautstarkes „Glory, glory, MANUNITED!“

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